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Sprunggelenk einfach selbst tapen

Du willst Dir Dein Sprunggelenk selbst tapen und weißt nicht genau wie? In diesem Blog liest und siehst Du, worauf Du achten musst und welche Tricks es so gibt. Ich zeige Dir zusätzlich im Video drei effektive Tapeanlagen.

Welches Tape ist das Beste?

Es gibt verschiedene Arten an Tape, die sich für die unterschiedlichen Tape-Anlagen für Dein Sprunggelenk eignen.

So ist ein Kinesiotape relativ leicht mit seiner Spannung, aber mit 2-3 Streifen und verstärktem Zug kann man etwas mehr Stabilität aus diesen einzelnen Tapepstreifen gewinnen.

Etwas fester ist dann schon Zinkelast* oder ähnliche Tapes (im Rugby nutzen wir Extensa Plus der Fa. Hartmann* oder Tensoplast von BSN*). Diese ermöglichen auf Grund von Materialfestigkeit und Klebekraft einen deutlich stärkeren Halt.

Sehr fest und unbeweglich ist das rigide Sporttape wie beispielswiese Leukotape Classic*. Dieses hat eine gute Klebekraft und Zugfestigkeit – günstigere Tapes halten meiner Erfahrung gerade in schweißtreibenden Sportarten oder Schuhen nur schlecht. Also hier machen sich ein paar Euro mehr durchaus bezahlt.

Wie geht die Tape-Anlage fürs Sprunggelenk?

Für die unterschiedlichen Tapearten möchte ich Dir nun einen kleinen Überblick geben, wie die unterschiedlichen Tapeanlagen für das Sprunggelenk gehen. Du musst Dich also dann nur noch entscheiden wie fest es sein soll oder welches Material Du verwenden kannst.

Sprunggelenk tapen auf Youtube ansehen
Hier kannst Du Dir das Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=7yKwN4ry5uc

Kinesiotape

Mit dem kinesiologischen Tape kannst Du eine relativ leichte Unterstützung bzw. Stabilisierung erreichen. Beim Taping lasse ich allerdings die Kinesiologie (unterschiedliche Farben mit unterschiedlicher Wirkung) außer Acht.

Du kannst den Fuß schon mit 3 Streifen versorgen. Der kürzeste Streifen immitiert dabei das beim Supinationstrauma häufig betroffene vordere Außenband (Lig. fibulotalare ant.).
Der zweite Tapestreifen unterstützt die vordere Gelenkkapsel und geht quer über das Gelenk.
Und um dann wiederum für die setliche Stabilität zu sorgen werden seitliche Zügel am Schienbein und Wadenbein hochgezogen. Wenn Du mehr Stabilität erreichen willst, kannst Du diesen letzten Schritt auch 1-2x wiederholen (leicht überlagernd und überlappend).

Mulligan-Tape

Bei der Tapeanlage aus dem nach neuseeländischen Physiotherapeuten Brian Mulligan benannten Mulligan Concept geht man davon aus, dass die Bänder des Knöchels sehr stabil sind und beim Umknicken zunächst das Wadenbein nach vorne gezogen wird und dadurch die Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen bereitet werden.

Um diese Statikveränderung zu verhindern soll das Mulligan Sprunggelenktape Abhilfe schaffen. Dabei werden zwei Streifen rigidem Sporttapes (hier wieder mein Favorit: Leukotape Classic*) genommen und spiralförmig um den Unterschenkel gelegt.

Dabei startest Du mit der Anlage am Mittelfuß über den äußeren Bandstrukturen, gehst mit Zug nach Hinten, lässt das restliche Tape auslaufen und endest wieder vorne am Schienbein. Wichtig bei dem Tape ist die zusätzliche Korrektur des Wadenbeins nach hinten und der stärkere Zug nach hinten.

Klingt kompliziert? In den bewegten Bildern auf YouTube ist es einfacher zu verstehen!

Klassische Tapeanlage

Klassischer Weise wird ein Tape am Fuß mit sogenanntem rigidem Sporttape geklebt. Dieses ist nicht so elasistisch und hat eine starke Klebekraft.

Diese Tapeanlage benötigt etwas Übung und eventuell macht es Sinn, diese zunächst mit einem Physiotherapeuten gemeinsam durchzugehen.

Zunächst werden Anker um den Unterschenkel und den Vorfuß gelegt und von bzw. zu diesen im Wechsel Tape-Zügel gelegt, die das Sprunggelenk schon gut stabilisieren. Im Nachgang wird der gesamte Fuß noch verschalt und evtl. eine zusätzliche Tapeanlage um den Knöchel gelegt (die sogenannte 6er- oder 8er-Tour).

Durch die Festigkeit des Tapes und der Tapeanlage kann der Fuß deutlich stabilisert werden – jedoch ist jegliche Bewegung deutlich eingeschränkter.

Was ist besser: Tape, Bandage oder Schiene?

Kleiner Nachteil einer solchen Tapeanlage ist – gerade bei regelmäßiger Nutzung – eine mögliche Hautirritation und ein entsprechender Materialverschleiß.

Doch durch Bandagen und Schienen gibt es entsprechende Alternativen, oder?

Für den alltäglichen (Sport-)Gebrauch kann man durchaus Schienen wie die von Aircast* nutzen. Sie sorgen ebenfalls für eine gute Stabilität, sind allerdings für manches Schuhwerk eher suboptimal oder in mancher Sportart gar nicht erst erlaubt (also im Spielbetrieb). Da bietet das Tape – wenn erlaubt – eine tolle Alternative.

Interessant in diesem Zusammenhang übrigens auch: Tape und Schiene haben scheinbar keine nennenswerte Einschränkungen bezüglich Agilität, Sprintgeschwindigkeit oder Sprungkraft![1]

Am Ende ist es aber durchaus sinnvoll Dein Sprunggelenk wieder anderweitig zu stabilisieren und zeitnah von der Unterstützung einer Schiene oder eines Sprunggelenktapes los zu kommen – dies kann Dir durch diverse Balanceübungen, Sprungkrafttraining und ein einbeiniges Krafttraining gelingen.

Wichtige Anmerkung zum Schluss

Sowohl eine Tapeanlage, eine Schiene als auch ein entsprechendes Training bieten Dir keinen 100%igen Schutz vor einer Verletzung. Eine Instabilität sollte durchaus von einem Arzt oder Therapeuten begutachtet und behandelt werden. Diese können mit ihrer Sporterfahrung am Besten einschätzen ob und mit welcher Unterstützung Du trainieren / spielen kannst!


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* Wichtige Anmerkung: dies ist keine Werbung meinerseits, sondern meine Erfahrung aus der Praxis und aus dem Sport!

[1] J D Verbrugge: The effects of semirigid Air-Stirrup bracing vs. adhesive ankle taping on motor performance